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Gegen Trump: Wann erheben US-Wirtschaft und Wissenschaft ihre Stimmen?

Trump verwüstet die Wirtschaft und die Wissenschaft. Sein Angriff auf diese Grundsäulen der USA sollte von ihren Führungen verurteilt werden, meint Dani Rodrik.

4 Minuten Lesedauer
US-Präsident Donald Trump tanzt bei einem Wahlkampfauftritt. IMAGO / ZUMA Press Wire

Amerikas ungeheurer Reichtum und seine Macht beruhen auf zwei Säulen: Universitäten und Unternehmen. Erstere sorgen für Ideen, Forschung und Ausbildung, wodurch das Land zu einem Mekka für die besten Köpfe der Welt wurde. Die Unternehmen generieren Investitionen und Innovationen, die Amerikas beeindruckenden Wirtschaftsmotor antreiben. Doch nun scheint Präsident Donald Trump entschlossen, beides zu zerstören.

Trumps Verhalten kommt nicht überraschend. Seine wirtschaftspolitischen Ideen waren schon immer verrückt, und sein Hass auf akademische Eliteeinrichtungen – die er als Heimat der »Woke«-Kultur ansieht – ist bekannt. Noch schockierender ist allerdings, dass die Führungskräfte aus Wirtschaft und Wissenschaft kaum einen Mucks von sich geben.

Nach Trumps Wahlsieg im vergangenen November herrschte in Wirtschaftskreisen vorsichtiger Optimismus. Trump schien eine willkommene Abwechslung nach Joe Biden zu sein, der sich dem Privatsektor gegenüber schroff geäußert und sich zugunsten von Gewerkschaften und Regulierung positioniert hatte. Trump hingegen versprach niedrige Steuern und weniger Regulierung. Seine Zollpolitik war zwar ein Problem, aber die meisten gingen davon aus, dass dies nur Show war. Der Aktienmarkt begrüßte Trumps Wahl mit einem Höhenflug. Tech-Milliardäre spendeten für Trumps Inauguration und huldigten ihm bei seiner Amtseinführung.

Trumps Politik schadet der US-Wirtschaft

Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass dieser Optimismus völlig fehlgeleitet war. Trump beschert der Wirtschaft eine unangenehme Überraschung nach der anderen, sodass die US-Aktienmärkte inzwischen mehr als ihre Gewinne seit November wieder eingebüßt haben. Schwer zu sagen, welche Vorgehensweise schlimmer war: die hohen Zölle auf Waren aus den am engsten verbündeten Ländern (Kanada, Mexiko und Europa) oder das ständige Getöse, die Drohungen und das Hin und Her in der Handelspolitik, die die wirtschaftlichen Unsicherheitsindikatoren höher steigen ließen als während der globalen Finanzkrise 2008.

Erschwerend kommt hinzu, dass Elon Musks Behörde für Effizienz in der Verwaltung verheerende Auswirkungen auf die Bundesregierung hat, da sie gegen grundlegende Rechtsgrundsätze verstößt und mehr als 100.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst entlässt. Die Einstellung der Auslandshilfe folgt zwar einer kaltherzigen Logik, doch die Regierung hat auch unerklärlicherweise die Mittel für die Grundlagenforschung in Bereichen wie Gesundheit, Biowissenschaften und Bildung gekürzt.

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Dani Rodrik

Dani Rodrik ist Professor für internationale politische Ökonomie an der Harvard Kennedy School der Harvard University in den USA.